Risikomanagement kann man sich sparen…
Einen Risk Manager in Vollzeit vielleicht. Die Funktion nicht!
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Ein formales Risikomanagement in jedem Projekt ist unverzichtbar. Doch die Vorstellung, für jedes Projekt einen dedizierten Risikomanager in Vollzeit zu beschäftigen, ist oft weder wirtschaftlich noch zielführend. Viel wichtiger ist es, eine neutrale und unabhängige Instanz zu haben, die regelmässig und kritisch hinterfragt:
Ist der ausgewiesene Projektstatus wirklich belastbar und realistisch?
Welche Risiken entwickeln sich unterhalb der sichtbaren Oberfläche und drohen, den Projektverlauf zu stören?
Wie wirksam sind die getroffenen Gegenmassnahmen tatsächlich und werden sie konsequent umgesetzt?
Werden kritische Entscheidungen rechtzeitig und fundiert gefällt?
Sind Terminpläne, Ressourcenallokation und Abhängigkeiten im Projektumfeld realistisch eingeschätzt?
Die Rolle eines externen Risk Managers als pragmatisches Frühwarnsystem
Diese neutralen Bewertungen und Hinterfragungen können und sollten von einer externen Fachperson mit einem Teilzeit-Pensum von etwa 10 bis 20 Prozent übernommen werden. Das entspricht je nach Projektumfang einem halben bis zu einem ganzen Tag pro Woche. Diese Ressource ergänzt die Projektleitung um eine unabhängige Sicht und fungiert als Sparringspartner:
Moderation von Risikobeurteilungen gemeinsam mit dem Projektteam
Nachverfolgung vereinbarter Massnahmen und deren Wirksamkeit
Erkennen von Veränderungen im Risikoumfeld entlang des Projektverlaufs
Aufbereitung und Kommunikation belastbarer Entscheidungsgrundlagen für Projektleitung, Steuerungsgremium und Geschäftsleitung
Durch dieses Vorgehen entsteht keine zusätzliche Bürokratie, sondern ein pragmatisches, transparentes und proaktives Frühwarnsystem. Gerade in grossen oder komplexen Vorhaben hilft es, Risiken frühzeitig zu identifizieren und damit Folgekosten, Verzögerungen oder gar Projektabbrüche zu vermeiden.
Warum risikobewusstes Projektmanagement ein zentraler Erfolgsfaktor ist
Wird Risiko zu spät erkannt, können die entstehenden Kosten exponentiell steigen – seien es finanzielle Aufwände, Imageverluste oder geschwächte Kundenbeziehungen. Die Erfahrung zeigt, dass sich der Aufwand für ein konsequentes, unabhängiges Risikomanagement in einem Segment von 10 bis 20 Prozent einer Fachperson schnell amortisiert.
Dieses Thema ist eng verknüpft mit den Themen Project Reality Check, wo Klarheit, Risiken und Steuerungskomitees im Mittelpunkt stehen. Auch ein umfassendes Projektmanagement profitiert von klar definierten und überwachten Risikoprozessen, insbesondere bei der Umsetzung von Digitalisierungs- und Transformationsvorhaben.
Fazit: Risikomanagement ist unentbehrlich – der Vollzeit-Risikomanager oft nicht
Man kann sich den Punkt „Risikomanagement“ im Projekt nicht einfach sparen. Allerdings braucht ein Projekt nicht zwangsläufig einen dedizierten Risk Manager in Vollzeit. Viel entscheidender ist eine neutrale Instanz, die unabhängig, regelmässig und kritisch die Lage hinterfragt und damit das Projektteam und die Führung unterstützt. Als externer Risk Manager mit einem Teilzeitpensum von 10 bis 20 Prozent ist dies eine pragmatische und wirkungsvolle Lösung, um Projekte robust und erfolgreich zu steuern.
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